Today: Wednesday, September 15
Suche

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

Fachlicher HinterGrund

Worin unterscheiden sich Farben und Putze?

Farben und Putze bestehen aus fünf Hauptkomponenten:

  • Bindemittel
  • Füllstoffe
  • Pigmente
  • Hilfsmittel
  • Lösemittel

Bei wasserverdünnbaren Produkten ist das Lösemittel Wasser - was bei den meisten Farben und Putzen für die Wände der Fall ist. Die Füllstoffe sind bei allen Produkten die gleichen. Es sind meistens Kalziumcarbonate, Talkum und Glimmer. Also alles natürliche Mineralstoffe, die abgebaut werden. Bei den Pigmenten gibt es alkalistabile mineralische und nicht alkalistabile organische Pigmente.

(Bedenken Sie, dass auch organische Farben mit organischen Pigmenten meistens auf alkalische Untergründe gestrichen werden. Somit sind Sie mit mineralischen Pigmenten immer auf der sicheren Seite!)


Das Bindemittel ist zwar mengenmässig nicht die grösste Komponente, nimmt aber den grössten Einfluss auf die Eigenschaften der Farbe bzw. den Putz. Aus diesem Grund wird die Typisierung der Farben und Putze nach dem Bindemittel vorgenommen.

Wir kennen für die Wände folgende Typen:

  • Silikonharzfarben und -putze
  • Silikatfarben und -putze
  • Kalkfarben und -putze
  • Leimfarben und Mineralputze
  • Dispersionsfarben und Kunststoffputze

Silikonharzprodukte haben das höchste Qualitätsniveau. Sie nehmen zum einen sehr wenig Wasser auf und lassen gleichzeitig sehr viel Wasserdampf durch (ähnlich wie die Goretex Jacken).
Silikatprodukte nehmen mehr Wasser auf, lassen aber dafür leicht mehr Wasserdampf durch. Der mineralische Charakter ist hier leicht höher. Bezeichnend für diesen Farbentyp ist die chemische Verankerung mit dem Untergrund und der Selbstreinigungseffekt.
Kalkprodukte nehmen noch mehr Wasser auf, aber lassen dafür am meisten Wasserdampf durch. Bezeichnend für diesen Produktetyp ist der mineralische Charakter und die Regenerationsfähigkeit z.B. bei Rissen.
Mineralprodukte (Kalk-Zement) sind mit Kalkprodukten vergleichbar.
Kunststoffprodukte nehmen fast so wenig Wasser auf wie die Siliconharzprodukte, allerdings wird wenig Wasserdampf durchgelassen. Dieser Effekt ist je nach vorhandener Bindemittelmenge variabel.
Nichtzuletzt sorgen die Hilfsmittel, die nur in geringen Mengen eingesetzt werden, oftmals zu Diskussionen. Hier sind insbesondere die Konservierungsmittel und die organischen Kohlenwasserstoffe zu nennen.

Welcher Produktetyp wird für was empfohlen?
Im Fassadenbereich: Für Wärmedämmsysteme unbedingt Silikonharzprodukte. Dies gilt auch für dünne Ziegelmauerwerke mit Kalk-Zementputz. Dickere Mauern mit Kalk-Zementputz können mit Silikatprodukten gestrichen bzw. beschichtet werden. Kalkprodukte auf alte Bruchsteinmauerwerke mit Kalkputz. Aus Kostengründen Dispersionsfarbe bzw. Kunststoffputz.
Im Innenbereich: Im Kellerbereich Kalk- oder Silikatprodukte. Für den Wohnbereich Silikon-, Silikat-, Kalk- oder aus Budgetgründen Dispersionsfarben bzw. Kunststoffputze.
Diese Darstellung ist bewusst vereinfacht geschrieben und soll den Kern der Zusammenhänge wiedergeben. Es gibt eine Vielzahl von weiteren Variationen, Modifikationen, Kriterien, Einflüsse und Unterschiede für die wir auf unsere weitergehende Literatur verweisen.

 

 

Weblinks